Steigende Preise für Baumaterialien: Folgen für die Bauherren

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Einige Baustoffe sind in diesem Jahr deutlich teurer und dadurch auch knapp geworden - dadurch entstanden erhebliche Probleme für den Hausbau und Handwerksbetriebe.

Besonders Holz hat sich auf dem Markt als rarer Rohstoff erwiesen, da die Preisentwicklung deutlich über die sonst üblichen Schwankungen hinausging: Laut Statistischem Bundesamt stieg der Preis für Konstruktionsvollholz im Mai 2021 um 83,3 % im Vergleich zum Vorjahresmonat, Dachlatten verteuerten sich um 45,7 % und Bauholz um 38,4 %.

Aber woran lag dieser immense Preisanstieg? Holz wird weltweit gehandelt. Somit erhöht sich auch global gesehen der Holzpreis enorm, wenn in anderen Ländern die Nachfrage stark steigt. 2021 wurde bisher in den USA und in Kanada sehr viel gebaut aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen, jedoch kann die ländereigene Holzindustrie diesen Bedarf selbst nicht mehr decken aufgrund von vorausgehenden Dürreperioden und Ungezieferschäden. Somit muss Holz importiert werden. Auch China kauft in diesem Jahr so viel Bauholz ein, wie noch nie zuvor, da die Nachfrage mit den eigenen Ressourcen nicht mehr gestillt werden kann. Deutschland ist eines der Länder mit den meisten Waldflächen, weswegen wir zum großen Akteur auf dem Exportmarkt wurden.

Aber nicht nur der Rohstoff Holz ist von der Preissteigerung betroffen, sondern alle Baustoffe, die auf Erdöl basieren, wie beispielsweise Bitumen, welches zur Keller- oder Dachabdichtung verwendet wird (Stand Mai 2021: 63,9 % mehr als im Vorjahresmonat) oder auch Kunststoffe (plus 19,9 %) für Dämmplatten, Kabelisolierungen oder Verpackungsmaterialien wie beispielsweise Farbeimer. Auch die Preise für Stahl erhöhten die Kosten auf dem Bau. Betonstahl in Stäben war um 44,3 % teurer (Stand Mai 2021) als vor einem Jahr und sogar bei Betonstahlmatte stieg der Preis um 30,4 %. Stahl ist notwendig für die Verstärkung von Bodenplatten, Decken und Wänden.

Die Folgen daraus sind massive Preissteigerungen und geringe Verfügbarkeiten des Baumaterials hierzulande. Für den Hausbau ein immenses Problem, da z. B. Holz für den Dachstuhl nicht so einfach ersetzt werden kann. Somit bedeutete dies hierzulande für viele einen Baustopp bzw. monatelange Bauverzögerungen. Gründe hierfür sind der starke Preisanstieg für Erdöl, Schwierigkeiten in der Produktion und auch Probleme beim Transport, welche natürlich durch die Corona-Pandemie verstärkt wurden und natürlich die steigende Nachfrage im In- und Ausland. Das Problem der Preissteigerung zieht sich durch die gesamte Baustelle wie ein roter Faden und betrifft fast alle baulichen Maßnahmen und stört den Bauablauf.

Bezüglich der Materialknappheit kann man damit rechnen, dass sich die Lage wieder bessert, denn wo es eine Nachfrage gibt, besteht auch ein wirtschaftliches Interesse sie zu befriedigen. Die Preise werden dort, wo sie gerade extrem hoch sind, bei besserer Versorgungslage wieder etwas sinken. Bauherren leiden zwar am meisten unter dieser Situation, jedoch tragen sie wiederrum dem größten Teil dazu bei, die Lage zu entspannen. Zum einen wird nämlich die Produktion gesteigert, zum anderen werden aber auch viele Bauvorhaben stilgelegt oder gar nicht erst gestartet, was die Nachfrage senkt.

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